Eine KI-Befundung ist ein Bericht zu Ihrer Untersuchung, den eine Software in wenigen Minuten schreibt, ohne dass zuvor Radiolog:innen (Fachärzt:innen für die Auswertung medizinischer Bilder) die Aufnahmen angesehen haben. Sie ist eine schnelle, verständlich formulierte Ersteinschätzung zu MRT, CT, Röntgenbild oder Ultraschall, keine Diagnose, und taugt am besten als Material für das Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Hier lesen Sie, was Sie tatsächlich bekommen, wofür sie taugt, wo sie endet und wann ein Mensch die Bilder lieber selbst befunden sollte.
Was eine KI-Befundung Ihnen liefert
Die KI ist eine Software, die an vielen tausend Untersuchungen trainiert wurde, die Radiolog:innen bereits befundet und beschriftet hatten. Sie geht die Bilder durch und schreibt einen strukturierten Befund: was sie sieht, ein Fazit und vorgeschlagene nächste Schritte, jeder Fachbegriff in einfachen Worten erklärt. Ein gutes Werkzeug liefert ihn in wenigen Minuten, zu jeder Tageszeit, und kostet weniger als der Befund einer Fachärztin oder eines Facharztes.
Wofür sie taugt
Eine KI-Befundung hilft am meisten in der Lücke zwischen dem Ergebnis und dem Gespräch darüber mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt:
- Sie übersetzt Fachsprache in verständliche Worte, sodass Sie wissen, was der Befund beschreibt.
- Sie hilft, Fragen für den Termin vorzubereiten, etwa was ein Befund bedeutet und was danach meist passiert.
- Sie gibt einen schnellen ersten Eindruck, wenn das Ergebnis Tage vor dem Termin im Online-Portal erscheint.
Wo sie an Grenzen stößt
Keine Ärztin und kein Arzt sieht sich die Bilder an oder unterschreibt den Befund, deshalb steht niemand beruflich dafür ein. Die Software kennt außerdem nur die Muster aus den Untersuchungen, an denen sie gelernt hat; eine seltene Erkrankung, ein ungewöhnliches Gerät oder die Aufnahme eines Kindes können sie aus dem Takt bringen. Und sie sieht Sie nicht: Ihre Beschwerden, Ihre Vorgeschichte und Ihre älteren Aufnahmen, die oft darüber entscheiden, ob ein Fleck eine Rolle spielt.
Denken Sie an ein Navi. Es ist schnell, immer verfügbar und auf bekannten Straßen hervorragend, weiß aber nicht, dass die Brücke heute Morgen gesperrt wurde. Eine Radiologin ist die Taxifahrerin, die das schon gehört hat. Wie gut KI in Studien abschneidet, lesen Sie in unserem Beitrag, ob KI MRT und CT zuverlässig auswerten kann.
KI-Befundung oder Befundung durch Radiolog:innen?
Bei DocOrbit gibt es beides, und es sind zwei getrennte Möglichkeiten, nicht zwei Schritte eines Dienstes. Orbius, unser KI-Radiologie-Agent, schreibt die KI-Befundung in wenigen Minuten. Eine radiologische Zweitmeinung online ist ein eigener Dienst: Eine spezialisierte Radiologin oder ein spezialisierter Radiologe (jemand, der den ganzen Tag nur eine Körperregion befundet) geht die Bilder selbst durch und schreibt und unterschreibt einen eigenen Befund innerhalb von 24 bis 48 Stunden.
Hängt eine wichtige Entscheidung an der Untersuchung, etwa bei einem möglichen Krebs oder einer Operation, ist dieser unterschriebene Befund der richtige. Er lässt sich auch nach einer KI-Befundung buchen, ist dann aber eine getrennte Beratung: Die Radiologin oder der Radiologe befundet Ihre Untersuchung von Grund auf neu und geht nicht vom KI-Bericht aus. Bei der Entscheidung hilft unser Beitrag, ob sich eine Zweitmeinung zu MRT oder CT lohnt.
So nutzen Sie eine KI-Befundung
Sehen Sie sie als Anstoß für Fragen, nicht als Urteil. Eine beruhigende KI-Befundung ist kein Grund, Beschwerden zu ignorieren, eine beunruhigende kein Grund zur Panik. Bringen Sie sie zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und beginnen, beenden oder ändern Sie auf ihrer Grundlage keine Behandlung. Möchten Sie zusätzlich die Einschätzung eines Menschen, lässt sich eine Zweitmeinung online einholen. Und bei starken oder rasch zunehmenden Beschwerden suchen Sie ärztliche Hilfe auf, statt auf irgendeine Auswertung zu warten.
Ist eine KI-Befundung dasselbe wie ein radiologischer Befund?
Nein. Einen radiologischen Befund unterschreibt eine Ärztin oder ein Arzt, die oder der die Bilder untersucht hat und beruflich dafür einsteht. Eine KI-Befundung schreibt eine Software, und niemand unterschreibt sie. Deshalb ist sie eine erste Einschätzung, keine Diagnose.
Was brauche ich für eine KI-Befundung meiner Untersuchung?
Am besten ist die vollständige Untersuchung: die Original-Bilddateien von der CD des Krankenhauses oder aus dem Online-Portal, oder eine ZIP-Datei davon. Das Foto eines Films oder Bildschirms verliert viele Details, die Auswertung wird dadurch weniger zuverlässig.
Kann ich meinen Befund online von einem Radiologen prüfen lassen?
Ja. Sie laden Ihre Bilder hoch, ganz ohne CD-Versand oder zweiten Termin, und eine spezialisierte Radiologin oder ein spezialisierter Radiologe liest die Untersuchung erneut und schreibt einen strukturierten Befund, den Sie innerhalb von 24 bis 48 Stunden mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt teilen können. Danach können Sie der Radiologin schreiben, wenn Sie Fragen haben. Möchten Sie zuerst in wenigen Minuten eine Einschätzung, ist die KI-Befundung von Orbius eine eigene Möglichkeit.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine KI-Befundung ist ein Bericht, den eine Software in wenigen Minuten zu Ihrer Untersuchung schreibt und den keine Radiologin und kein Radiologe unterschreibt
- Sie eignet sich für eine verständliche Orientierung und die Vorbereitung von Fragen, nicht für Diagnose oder Therapieentscheidungen
- Hängt eine Entscheidung an der Untersuchung, ist der unterschriebene Befund einer spezialisierten Radiologin oder eines spezialisierten Radiologen der richtige
Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ist keine medizinische Beratung. Besprechen Sie Ihre Bildgebungsergebnisse und alle weiteren Schritte stets mit einer qualifizierten Ärztin oder einem qualifizierten Arzt.


