Nein. Ein MRT (Magnetresonanztomographie) verwendet keinerlei Strahlung, weder die ionisierende Art, wie sie bei Röntgen und CT vorkommt, noch eine andere Form. Es erzeugt Bilder mit einem starken Magneten und Radiowellen, derselben Energieform, die auch UKW-Radio und WLAN nutzen, nur weit stärker und präzise gebündelt. Was im MRT-Raum tatsächlich zählt, ist nicht Strahlung, sondern Metall. Hier erfahren Sie, wie das Gerät wirklich funktioniert, welche Untersuchungen Strahlung nutzen und worum es bei der Metallfrage eigentlich geht.
Wie ein MRT wirklich funktioniert
Im Zentrum eines MRT-Geräts steht ein sehr starker Magnet, etwa 10.000- bis 60.000-mal stärker als das Magnetfeld der Erde. Dieser Magnet richtet für kurze Zeit die Wasserstoffatome aus, die ohnehin in Wasser und Fettgewebe Ihres Körpers vorhanden sind. Danach schickt das Gerät einen Impuls Radiowellen durch das Gewebe, eine harmlose Energieform, schwächer als ein Handysignal, die diese Atome kurz aus ihrer Ausrichtung bringt.
Während die Atome in ihre Ausgangslage zurückkehren, senden sie ein schwaches eigenes Radiosignal aus. Ein Computer liest Millionen dieser Signale und setzt daraus die Schichtbilder zusammen, die Ihre Radiologin oder Ihr Radiologe beurteilt. Ionisierende Strahlung, die höherenergetische Form, die in ausreichender Dosis die DNA schädigen kann und bei Röntgen und CT zum Einsatz kommt, entsteht dabei zu keinem Zeitpunkt.
Welche Untersuchungen tatsächlich Strahlung nutzen
Mehrere gängige bildgebende Verfahren nutzen ionisierende Strahlung, allerdings in sorgfältig kontrollierten, niedrigen Dosen:
- Röntgen, für Knochen, Brustkorb und Zahnaufnahmen
- CT (Computertomographie, die Hunderte Röntgenbilder aus verschiedenen Winkeln zu einem 3D-Bild zusammensetzt)
- PET-CT und nuklearmedizinische Untersuchungen, bei denen eine kleine Menge eines radioaktiven Tracers in die Blutbahn gespritzt wird
- Mammographie, eine spezielle, niedrig dosierte Röntgenaufnahme des Brustgewebes
Auch Ultraschall kommt wie das MRT ganz ohne Strahlung aus, er arbeitet mit Schallwellen. Wer wissen möchte, wie sich die Strahlendosen dieser Untersuchungen zueinander und zur natürlichen Hintergrundstrahlung im Alltag verhalten, findet das in unserem Leitfaden zur Strahlendosis in der Radiologie Untersuchung für Untersuchung aufgeschlüsselt.
Warum der Magnet wichtiger ist als die Strahlung
Die eigentliche Sicherheitsunterweisung vor einem MRT hat nichts mit Strahlenexposition zu tun. Es geht um den Magneten. Er ist stark genug, um einen losen Gegenstand aus Stahl, eine Sauerstoffflasche, einen Rollstuhl, sogar eine in der Tasche vergessene Schere, quer durch den Raum zu ziehen, mit genug Wucht, um jemanden auf dem Weg zu verletzen.
Deshalb bittet man Sie, Schmuck und metallhaltige Kleidung abzulegen, Ihre Taschen zu leeren und Implantate, Herzschrittmacher, Cochlea-Implantate oder Metallsplitter im Körper vorab anzugeben. Das ist eine reale, aber gut beherrschbare Vorsichtsmaßnahme: Die meisten modernen Implantate sind als MRT-sicher oder MRT-bedingt sicher gekennzeichnet, und Ihr Behandlungsteam prüft die Verträglichkeit, bevor der Termin bestätigt wird.
Und das Kontrastmittel?
Bei manchen MRT-Untersuchungen wird ein Kontrastmittel namens Gadolinium über eine Vene gegeben, um Blutgefäße und bestimmte Gewebe besser sichtbar zu machen. Es ist nicht radioaktiv. Es wirkt, indem es kurzzeitig verändert, wie umliegende Wassermoleküle auf den Magneten reagieren, nicht durch das Aussenden von Strahlung. Das unterscheidet es grundlegend von dem Tracer, der bei einer PET-CT oder Skelettszintigraphie verwendet wird, der leicht radioaktiv ist, aber in kleiner, streng kontrollierter Menge gegeben wird.
Da die Untersuchung selbst kein Strahlenrisiko birgt, entscheidet meist etwas anderes darüber, wie nützlich Ihr MRT am Ende ist: wer die Bilder liest und wie gründlich. Wenn ein Befund mehr Fragen aufwirft, als er beantwortet, kann eine unabhängige Radiologin oder ein unabhängiger Radiologe dieselben Bilder erneut beurteilen, ohne dass Sie noch einmal ins Gerät müssen; genau das bietet eine zweite radiologische Meinung, wie sie Dienste wie DocOrbit innerhalb von ein bis zwei Tagen liefern.
Ist ein MRT sicherer als ein CT?
Was Strahlung betrifft, ja: Das MRT liefert keine, das CT schon. Wie sicher insgesamt zu bewerten ist, hängt aber davon ab, wonach gesucht wird. Ein CT ist schneller, bei Knochen und akuten Blutungen oft überlegen und manchmal die einzige Untersuchung, die die klinische Frage beantwortet, beide Verfahren sind also unterschiedliche Werkzeuge und keine austauschbaren Alternativen.
Enthält MRT-Kontrastmittel Strahlung?
Nein. Das bei MRT verwendete gadoliniumhaltige Kontrastmittel ist nicht radioaktiv. Es verändert, wie das magnetische Signal aus dem umliegenden Gewebe ausfällt, ein völlig anderer Mechanismus als bei den radioaktiven Tracern der Nuklearmedizin oder der PET-CT.
Kann ich in der Schwangerschaft ein MRT bekommen, weil es keine Strahlung nutzt?
Ein MRT ohne Kontrastmittel gilt in der Schwangerschaft, wenn es medizinisch notwendig ist, im Allgemeinen als sicher und wird oft gerade deshalb bevorzugt, weil es ohne Strahlung auskommt. Kontrastmittel wird meist nur gegeben, wenn der Nutzen das theoretische Risiko klar überwiegt. Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt entscheidet gemeinsam mit der Radiologie über Ihre individuelle Situation.
Ist es sicher, kurz nach einem CT ein MRT zu bekommen?
Ja. Das MRT fügt keine eigene Strahlung hinzu, eine sich summierende Dosis durch die Kombination beider Untersuchungen entsteht also nicht. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt entscheidet trotzdem, ob beide Untersuchungen wirklich nötig sind, danach richtet sich die Reihenfolge, nicht nach einem festen Schema.
Das Wichtigste in Kürze
- MRT arbeitet mit Magnetfeldern und Radiowellen, niemals mit Strahlung
- Röntgen, CT, Mammographie, PET-CT und nuklearmedizinische Untersuchungen nutzen Strahlung in kontrollierten Dosen
- Das eigentliche Sicherheitsthema im MRT-Raum ist Metall, nicht Strahlung
- MRT-Kontrastmittel (Gadolinium) ist nicht radioaktiv
- Auch Ultraschall kommt ohne Strahlung aus und arbeitet mit Schallwellen
Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ist keine medizinische Beratung. Besprechen Sie Ihre Bildgebungsergebnisse und alle weiteren Schritte stets mit einer qualifizierten Ärztin oder einem qualifizierten Arzt.
