Da ist ein Zittern, eine Verlangsamung oder eine Handschrift, die kleiner geworden ist. Nach Monaten ohne klare Antwort wurde schließlich ein DaTSCAN angesetzt: Jodtropfen, eine Spritze, langes Warten, die Kamera. Und jetzt liegt ein Befund vor, in dem von vermindertem Uptake im Putamen oder von seitengleicher striataler Bindung die Rede ist. Vorweg die ehrliche Einordnung: Diese Untersuchung wird gerade dann angefordert, wenn das Bild nicht eindeutig ist, und ihre Aufgabe ist eng umrissen. Sie beantwortet eine Frage gut und überlässt mehrere andere bewusst der Neurologie.

Was ein DaTSCAN tatsächlich misst

Tief im Gehirn liegt das Striatum, eine kleine Struktur aus Nucleus caudatus und Putamen. Nervenendigungen aus der Substantia nigra bringen dorthin Dopamin, jenen Botenstoff, der Bewegungen weich beginnen und sauber enden lässt. Auf diesen Nervenendigungen sitzen Dopamintransporter, winzige Recyclingpumpen.

Der DaTSCAN nutzt ein schwach radioaktives Mittel, Ioflupan, das genau an diese Transporter bindet. Eine Gammakamera bildet anschließend ab, wo sich das Mittel angereichert hat. Viel Signal bedeutet viele erhaltene dopaminerge Nervenendigungen, wenig Signal entsprechend wenige.

Die Untersuchung schaut also nicht direkt auf die Parkinson-Krankheit, und sie zeigt auch nicht die Struktur des Gehirns. Sie zählt eine ganz bestimmte Gruppe von Nervenendigungen. Alles, was ein DaTSCAN kann und nicht kann, folgt aus dieser einen Tatsache.

Warum die Untersuchung angefordert wurde

Die Parkinson-Diagnose ist klinisch: Sie beruht auf Untersuchung und Vorgeschichte, und eine erfahrene Neurologin liegt damit meistens auch ohne Bildgebung richtig. Ein DaTSCAN kommt dazu, wenn das Bild wirklich uneindeutig ist, vor allem in diesen Situationen:

  • Zittern, das ein essenzieller Tremor sein könnte. Der essenzielle Tremor ist häufig, tritt oft familiär auf und kann einem frühen Parkinson täuschend ähneln, lässt das dopaminerge System aber unangetastet.
  • Beschwerden nach einem neuen Medikament. Manche Mittel gegen Übelkeit und einige Neuroleptika blockieren Dopaminrezeptoren und erzeugen eine sehr überzeugende Parkinson-Imitation, die nach dem Absetzen wieder verschwindet.
  • Unklares Ansprechen auf Levodopa. Hilft ein Behandlungsversuch weniger als erwartet, stellt sich die Frage, ob das Dopaminsystem überhaupt die Ursache war.
  • Demenz mit unklarer Ursache. Die Untersuchung hilft auch, eine Lewy-Körper-Demenz von einer Alzheimer-Erkrankung abzugrenzen, denn nur die erste betrifft das dopaminerge System.
  • Vaskuläre oder funktionelle Parkinson-Syndrome. Verlangsamung kann auch von einer Schädigung der kleinen Hirngefäße kommen, wie wir sie im Beitrag zu chronischen ischämischen Veränderungen im MRT beschreiben, oder von einer funktionellen Bewegungsstörung.

Der DaTSCAN wird also meist angefordert, um etwas auszuschließen, und nicht, um eine bereits gestellte Diagnose zu bestätigen.

Wie ein normaler Befund aussieht

Bei einem unauffälligen Ergebnis reichert sich das Mittel beidseits dicht und seitengleich im Striatum an. Es entstehen zwei sichelförmige Areale, die in Befunden oft als kommaförmig beschrieben werden: vorn der Kopf des Nucleus caudatus, nach hinten auslaufend das Putamen.

Ein normaler Befund bedeutet, dass die dopaminergen Nervenendigungen erhalten sind. Damit werden Parkinson-Krankheit, Multisystematrophie, progressive supranukleäre Blickparese und Lewy-Körper-Demenz unwahrscheinlich, und der Blick richtet sich auf Ursachen, die diese Zellen nicht zerstören: essenzieller Tremor, medikamenteninduziertes Parkinson-Syndrom, vaskuläre Formen und funktionelle Bewegungsstörungen. Für viele Betroffene endet an dieser Stelle eine lange Phase der Unsicherheit.

Wie ein auffälliger Befund aussieht

Gehen dopaminerge Nervenendigungen verloren, verblasst das Signal von hinten nach vorn. Zuerst schwindet das Putamen, das Komma verkürzt sich zu einem Punkt oder einem kleinen Oval, und der Verlust ist häufig auf einer Seite deutlich stärker ausgeprägt, passend zu der Körperseite mit den stärkeren Beschwerden.

Ein auffälliger Befund sagt aus, dass eine echte Schädigung des dopaminergen Systems vorliegt und keine Nachahmung. Welche Erkrankung dahintersteckt, sagt er nicht. Genau hier gehen Erwartung und Wirklichkeit am häufigsten auseinander.

Was ein DaTSCAN nicht zeigen kann

  • Welches Parkinson-Syndrom vorliegt. Klassische und atypische Formen vermindern dasselbe Signal; die Abgrenzung bleibt klinisch.
  • Wie schwer die Erkrankung ist. Das Ausmaß der Signalminderung hängt nur locker mit den Beschwerden zusammen. Ähnliche Bilder können zu sehr unterschiedlichen Krankheitsstadien gehören.
  • Wie schnell es voranschreitet. Die Aufnahme ist eine Momentaufnahme des Dopaminsystems, keine Prognose.
  • Ob die Therapie wirkt. Das zeigen Beschwerden und Alltagsfunktion, nicht eine Wiederholungsuntersuchung. Deshalb wird ein DaTSCAN selten wiederholt.

Befundet wird visuell, oft ergänzt durch halbquantitative Werte, die die Anreicherung im Striatum mit einer Referenzregion vergleichen. Diese Zahlen helfen, hängen aber von Kamera, Software und Normwerten ab und sind deshalb Orientierung, nicht Urteil.

Wie der Untersuchungstag abläuft

Etwa eine Stunde vor der Injektion nehmen Sie Jodtropfen oder Jodtabletten ein; sie schützen die Schilddrüse vor dem geringen Anteil an freiem Jod, den das Mittel abgibt. Die Injektion in eine Armvene dauert nur Sekunden. Danach folgen rund drei bis sechs Stunden Wartezeit, während sich das Mittel verteilt und aus dem übrigen Gewebe auswäscht. Nehmen Sie sich etwas zu lesen mit.

Die Aufnahme selbst dauert etwa dreißig bis fünfundvierzig Minuten. Sie liegen auf dem Rücken, der Kopf wird weich gelagert, und die Kamera dreht sich langsam darum. Es gibt keine enge Röhre und keinen Lärm, was die Untersuchung für viele angenehmer macht als ein MRT. Zittern kann die Bilder unscharf machen: Sagen Sie dem Team ruhig vorher, wenn Stillliegen für Sie schwierig ist, dafür gibt es Lösungen.

Einige Medikamente können die Bindung stören, darunter bestimmte Antidepressiva, Stimulanzien, manche abschwellenden Nasenmittel und einzelne Narkosemittel. Sie erhalten dazu eine Liste. Levodopa und die üblichen Parkinson-Medikamente werden in der Regel weiter eingenommen, und nichts sollte ohne Rücksprache abgesetzt werden.

Warum eine zweite Befundung helfen kann

Die Befundung eines DaTSCAN beruht auf Mustererkennung, und gerade die schwierigen Fälle, leichte Seitenunterschiede, grenzwertige Signalminderung im Putamen oder bewegungsbedingt unscharfe Bilder, sind jene, die den weiteren Lebensweg spürbar verändern. Eine Parkinson-Diagnose betrifft Beruf, Autofahren und Therapieplanung, deshalb ist der Wunsch nach einem zweiten Blick auf die Bilder gut begründet. Eine unabhängige Zweitbefundung über DocOrbit liefert Ihnen eine nuklearmedizinische Einschätzung in verständlicher Sprache, die Sie mit Ihrer eigenen Neurologin besprechen können, besonders dann, wenn Befund und klinisches Bild nicht recht zusammenpassen. Wann sich das besonders lohnt, beschreibt unser Beitrag zur Zweitmeinung in der Neurologie.

Schließt ein normaler DaTSCAN eine Parkinson-Erkrankung aus?

Ein unauffälliger DaTSCAN macht die Parkinson-Krankheit und die verwandten neurodegenerativen Erkrankungen sehr unwahrscheinlich, und genau deshalb ist die Untersuchung bei unklarer Diagnose so wertvoll. Der Befund lenkt den Blick auf Ursachen, die die dopaminproduzierenden Zellen nicht schädigen, etwa einen essenziellen Tremor, eine Medikamentennebenwirkung oder eine funktionelle Bewegungsstörung. Eine Garantie für alle Zukunft ist er nicht: Wenn sich Ihre Beschwerden unerwartet entwickeln, wird Ihre Neurologin oder Ihr Neurologe die Situation neu bewerten.

Kann ein DaTSCAN Parkinson von atypischen Parkinson-Syndromen unterscheiden?

Nein, und das ist das häufigste Missverständnis zu dieser Untersuchung. Die Parkinson-Krankheit, die Multisystematrophie, die progressive supranukleäre Blickparese und die Lewy-Körper-Demenz vermindern alle dasselbe Dopamintransporter-Signal und können im Bild sehr ähnlich aussehen. Der DaTSCAN zeigt, ob das dopaminerge System überhaupt geschädigt ist; welche Erkrankung dahintersteckt, bleibt eine klinische Beurteilung anhand von Untersuchung, Beschwerdebild und Verlauf.

Muss ich meine Parkinson-Medikamente vor einem DaTSCAN absetzen?

In der Regel nicht. Levodopa und die meisten gängigen Parkinson-Medikamente verändern das Ergebnis nicht wesentlich und werden deshalb weiter eingenommen. Stören können dagegen bestimmte andere Wirkstoffe, darunter einige Antidepressiva, Stimulanzien bei Aufmerksamkeitsstörungen, manche abschwellenden Nasenmittel und einzelne Narkosemittel. Die nuklearmedizinische Abteilung schickt Ihnen eine konkrete Liste, und kein verordnetes Medikament sollte ohne Rücksprache eigenmächtig abgesetzt werden.

Wie hoch ist die Strahlenbelastung bei einem DaTSCAN?

Die Dosis liegt in der gleichen Größenordnung wie bei einer CT des Bauchraums, also etwa bei dem, was die natürliche Hintergrundstrahlung in ein paar Jahren ausmacht. Zusätzlich erhalten Sie vorab Jodtropfen oder Jodtabletten, die die Schilddrüse vor dem geringen Anteil an freiem Jod im Radiopharmakon schützen. Bei Erwachsenen mit einer unklaren Bewegungsstörung gilt diese Belastung im Gegenzug für eine klarere Diagnose als vertretbar.

Wie lange dauert ein DaTSCAN und wann liegt der Befund vor?

Planen Sie einen halben Tag in der Klinik ein. Zuerst nehmen Sie das Jod zum Schutz der Schilddrüse, dann wird das Radiopharmakon in eine Armvene gespritzt; danach folgen etwa drei bis sechs Stunden Wartezeit, bevor Sie rund dreißig bis fünfundvierzig Minuten ruhig unter der Kamera liegen. Der schriftliche Befund liegt meist innerhalb weniger Tage vor und wird üblicherweise im Nachgespräch mit Ihnen besprochen, nicht am Telefon.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein DaTSCAN bildet die erhaltenen dopaminergen Nervenendigungen im Striatum ab; er zeigt weder die Hirnstruktur noch stellt er allein eine Diagnose.
  • Ein normaler Befund spricht deutlich gegen Parkinson und für Nachahmer wie den essenziellen Tremor oder ein medikamenteninduziertes Parkinson-Syndrom.
  • Ein auffälliger Befund belegt den Dopaminverlust, kann die Parkinson-Krankheit aber nicht von atypischen Syndromen trennen.
  • Schweregrad und Verlauf werden klinisch beurteilt, deshalb wird die Untersuchung selten wiederholt.
  • Übliche Parkinson-Medikamente werden meist weitergenommen, andere Wirkstoffe stören dagegen: Halten Sie sich genau an die Liste der Abteilung.

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ist keine medizinische Beratung. Besprechen Sie Ihre Bildgebungsergebnisse und alle weiteren Schritte stets mit einer qualifizierten Ärztin oder einem qualifizierten Arzt.